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Zu einem brandaktuellen und überaus spannenden Thema hatte der Arbeitskreis SchuleWirtschaft anlässlich seines Jahresabschluss-Gespräches eingeladen. „Darknet - Identitätsklau und Kriminalität im Zeitalter 4.0“ mit dem Referenten Tom Weinert, Kriminalbeamter aus München. Der Cyber-Profi betonte, dass er in ehrenamtlicher Funktion über die Organisation  „Blackstone 432“, ein Zusammenschluss von Web-Präventionsexperten, nach Fulda gekommen sei.  Die Vorsitzende des Arbeitskreises, Angelika Bott-Werner, erläuterte in ihrer Begrüßung, dass sie gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Cornelia Brassel-Barth schon einmal einen Vortrag des Referenten erleben durfte und daraus die Überzeugung erwachsen sei, dass dieses Thema für den Arbeitskreis SchuleWirtschaft, der insbesondere vielen Lehrkräften eine Plattform biete, wichtig sei. „Das Internet wird immer schwieriger und komplexer. Daher ist es wichtig, dass wir mehr über die Schattenseiten erfahren und sensibilisiert sind.“

„Möchten Sie sicher kommunizieren? Dann besorgen Sie sich eine Brieftaube.“ Ungläubiges Staunen bei den rund 70 Gästen. Weinert führte aus: „Ihr Smartphone? In Minuten geknackt. Wo immer Sie Name, Anschrift und Geburtsdatum eingeben - der Identitätsklau kann beginnen. Vielleicht passiert nicht sofort etwas, aber irgendwann müssen Sie vielleicht eine Waschmaschine bezahlen, die Sie gar nicht gekauft haben. Was das Internet über Sie weiß, ist eine Menge.“

Der gebürtige Dresdner nannte zahlreiche Beispiele, wie erschreckend leicht es Kriminelle im Netz haben. Gestohlene Daten werden für Betrug, Stalking, Mobbing oder digitale Erpressung missbraucht. Nicht vergessen werden dürfte, dass der Datenklau auch über Haushalts- und Gebrauchsgegenstände, die ganze Bewegungs- und Persönlichkeitsprofile erstellen, erfolgt. Oftmals würden auch Verträge unter fremden Identitäten abgeschlossen. „Wir nutzen täglich verschiedene Social media-Kanäle, die Schattenseiten sehen wir viel zu selten. Die Wenigsten fragen sich, warum sind viele Apps kostenfrei? Die Antwort ist einfach: Wir geben über die App Daten preis, das ist der Einstieg in unsere Privatsphäre.“ Auch die Anhänge bei E-Mails seien ein ideales Einfallstor für Datenklau, „Frauen werden Katzenbilder gesendet, Männer erhalten Fotos mit schicken Sportwagen. Das funktioniert in den meisten Fällen.“ 

Weinert verglich das Internet mit einem Eisberg, denn die meisten Internetseiten seien im Darknet, also unter der sichtbaren Oberfläche, zu finden. Das Betreten sei keinesfalls strafbar. „Es ist nur die Frage, was dann folgt. Denn Anonymität ist hier oberstes Gebot.“

Im Darknet gebe es nichts, was man nicht kaufen könne, „Drogen oder Schusswaffen - es gibt eine ganze Übersicht krimineller Produkte.“

Zum Abschluss seiner Vortrags gab der Experte noch wesentliche Tipps: „Klären Sie Ihre Kinder auf, sobald diese ihr erstes Smartphone besitzen. Seien Sie kreativ bei der Auswahl Ihres Passwortes. Schalten Sie Siri aus, auch Alexa ist absolut gefährlich.“ Und an die Lehrer gerichtet: „Schule leistet schon sehr viel Aufklärungsarbeit, aber noch längst nicht genug.“ 

Sein etwas versöhnlicher Schlusssatz lautete: „Ich möchte nicht alles verteufeln, Social media verbindet, aber die neuen Medien haben uns überrollt, wir müssen wachsam bleiben. Schützen Sie Ihre Daten.“

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